Quer durch Schweden

Heute sind wir auf der Westseite von Schweden angekommen und liegen im Gasthafen von Göteborg. Es ist ein schönes Gefühl nach zwei Jahren wieder hier zu sein, zumal wir jetzt mit unserem Boot hier sind und nicht per Auto oder Flugzeug anreisen. Nun sind wir tatsächlich zu Land, zu Wasser und aus der Luft hier gewesen 🙂 Das soll uns mal einer nachmachen.

Wie wir bereits berichteten, sind wir in der Hauptsaison in den Götakanal gefahren, weil wir dachten, dass wir uns dann solange dort aufhalten können wie wir wollen bzw. bis Ende September, wenn die Saison endet. Das ist allerdings anscheinend nur die Hälfte der Wahrheit. Wir konnten uns bis zum Ende der Hauptsaison frei bewegen, danach mussten wir uns telefonisch anmelden und auf einen Konvoi warten, um weiter schleusen zu können. Der Vorteil am späten Fahren in dem Kanal ist auf jeden Fall, dass man immer allein in den Schleusen ist, was sich dann allerdings in der Nebensaison geändert hat. Aber die Fahrt hat sich gelohnt. Wann kann man schon mal behaupten mit einem Schiff, quer durch ein Land gefahren zu sein und das sogar über Verkehrsstraßen hinweg.

Unsere Kanalreise begann in Mem auf der Ostseite von Schweden. Von da aus sind wir in drei Tagen über Söderköping, die Seen Asplängen und Roxen, die berühmte Schleusentreppe bei Berg und den Borensee bis nach Borenshult unterwegs gewesen. Hier erwartete uns abends ein kleines Spektakel, denn anscheinend hatte es einen Unfall in der Schleusentreppe gegeben und drei Boote saßen seit drei Stunden auf Grund fest. Zum Glück ist keinem etwas passiert und Abends war die Schleuse wieder einsatzbereit.

Unter den „Schiffbrüchigen“ war auch Stefan mit seinem Trimaran aus Bremerhaven. Allerdings sind wir erst später mit ihm in Gespräch gekommen und sind seitdem mit ihm zusammen unterwegs.

So sind wir also erst am darauf folgenden Tag und nach ein paar Telefonaten (es war schließlich jetzt Nebensaison) weiter, um Abends in Motala fest machen zu können. Der nächste Tag hat uns mit einer Überraschung willkommen geheißen. Als wir aus unseren Kojen hoch sind haben wir nasse Füße bekommen. Wir hatten anscheinend Wassereinbruch. Also sind wir erst einmal entspannt nach einem Kaffee auf Ursachenforschung gegangen und haben dann relativ schnell heraus gefunden, dass sich ein Ablaufschlauch für Regenwasser am Bachskistendeckel gelöst hatte und das Regenwasser so ins Boot gelaufen ist. Also alles halb so wild, denn das Wasser kam nicht von Unten sondern von Oben. Schnell die Schelle wieder befestigt und alles war gut…naja…das dumme war nur: Der Teppich war nass und ein großer Teil unserer Karten lagen anscheinend über Nacht im Wasser. Also wurde die Novia zur Trockenkammer umfunktioniert.

Nach dem schönen Start in den Tag sind wir später bei gutem Wind über den Vätternsee gesegelt, um abends bereits wieder in Forsvik fest zu machen. Von da aus ging es in den Vikensee und damit zum höchsten Punkt unserer gesamten Reise. Die Novia ist hier 92m über dem Meeresspiegel segeln gewesen und hat sich tapfer in den engen Fahrwassern geschlagen. Ab da ging es nur noch bergab. Und nach Töreboda war Sjötorp der letzte Hafen im Götakanal, den wir für zwei Tage unser Zuhause nannten.

Teilweise unter Motor und Segel sind wir auf dem Vänernsee unterwegs gewesen und haben Mariestad, Spiken und Dalbergsä einen Besuch abgestattet. In Vänersborg hat uns dann nach ein paar schönen Wochen Anna verlassen und seitdem ist die Noviacrew wieder allein unterwegs.

Ab hier ging es in den Trollhättekanal mit seinen großen Schleusen und diversen Brücken, die man über Funk ansprechen musste, damit man durchgelassen wird. Immer an unserer Seite bzw. im Kielwasser lief die KEA von Stefan. Der erste Hafen im Kanal war Lilla Edet und ist nicht zu empfehlen. Es sei denn man mag Häfen die rein gar nix bieten (Strom, Wasser, Toiletten). Dafür hat die Stadt den Charme vom Ruhrpott 😉

Der nächste Hafen/Stadt war ein Muss für uns, da wir vor zwei Jahren hier schon einmal waren und es uns super gefallen hat. Kungälv war zu der Zeit das Ziel unserer Wanderung durch die Natur von Schweden, beginnend von Udvalla den Bohusleden nach Süden folgend. Es war so ein bisschen wie nach Hause kommen. Den nächsten Tag verbrachten wir damit Einzukaufen, uns die alte Festung mal wieder anzusehen und abends den Grill mit Stefan anzuwerfen. Allen Seglern sei gesagt, die Einfahrt in den Hafen ist nicht als solche zu erkennen und es gibt auch hier keinerlei Service. Aber die Umgebung lädt dazu ein hier Pause zu machen. Ab hier war es nur noch ein Katzensprung nach Göteborg und so beginnt das Abenteuer auf der Ostsee nach ca. zwei Wochen auf Kanälen und Seen aufs Neue für uns.

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